Infrarotheizung 2026 - Faktencheck
Kurz beantwortet: Eine Infrarotheizung ist eine elektrische Direktheizung, die den Großteil ihrer Wärme als Strahlung an Wände, Böden, Möbel und Personen abgibt – statt vor allem die Raumluft zu erwärmen. Sie ist günstig in der Anschaffung, braucht keine Rohrleitungen und keinen Heizraum. Ihr Stromverbrauch hängt jedoch stark von der Dämmung des Gebäudes ab. Am wirtschaftlichsten ist sie in gut gedämmten Gebäuden, in selten genutzten Räumen, als Zusatzheizung und in Kombination mit eigenem Solarstrom.
Auf dieser Seite erklären wir als Hersteller aus Borken, wie die Technik funktioniert, womit Sie rechnen müssen, was seit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz gilt – und wann eine andere Heizung besser passt.
Inhalt
- Wie funktioniert eine Infrarotheizung?
- Infrarot- vs. Konvektionsheizung: die Unterschiede
- Wie viel Leistung brauche ich?
- Was kostet der Betrieb? Ein Rechenbeispiel
- Rechtslage 2026: Was das Gebäudemodernisierungsgesetz erlaubt
- Gibt es eine Förderung?
- Wo sich eine Infrarotheizung lohnt – und wo nicht
- Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Häufige Fragen
1. Wie funktioniert eine Infrarotheizung?
Ein Heizelement wandelt Strom über den elektrischen Widerstand in Wärme um. Die Heizfläche aus Metall, Glas, Keramik oder Naturstein gibt diese Wärme überwiegend als langwellige Infrarotstrahlung ab. Die Strahlung erwärmt die Oberflächen, auf die sie trifft; diese geben die Wärme anschließend an den Raum weiter.
Was bedeutet der Strahlungswirkungsgrad?
Wie groß der Anteil der Strahlungswärme ist, beschreibt der Strahlungswirkungsgrad. Er wird nach der Norm DIN EN IEC 60675-3 gemessen. Je höher der Wert, desto mehr Wärme wird als Strahlung abgegeben und desto weniger als warme Luft. Den Wert jedes Elbo-therm-Modells finden Sie im jeweiligen Produktdatenblatt.
Erzeugt eine Infrarotheizung mehr Wärme aus Strom?
Nein. Jede elektrische Direktheizung wandelt eine Kilowattstunde Strom in etwa eine Kilowattstunde Wärme um. Unterschiede im Verbrauch entstehen dadurch, wie die Wärme im Raum ankommt, wie geregelt wird und wie gut das Gebäude gedämmt ist.
2. Infrarot- vs. Konvektionsheizung: die Unterschiede
| Merkmal | Infrarotheizung | Konvektionsheizung (z. B. Heizkörper, Konvektor) |
|---|---|---|
| Wärmeabgabe | überwiegend Strahlung | überwiegend erwärmte Luft |
| Luftbewegung | gering | Luftwalze im Raum |
| Wärmeempfinden | direkt spürbar, ähnlich wie Sonnenwärme | abhängig von der Lufttemperatur |
| Oberflächentemperatur der Wände | tendenziell höher | tendenziell niedriger |
| Installation | Wand/Decke, Steckdose oder Festanschluss | je nach System Rohrleitungen oder Stromanschluss |
Viele Nutzerinnen und Nutzer empfinden Strahlungswärme bereits bei etwas niedrigerer Lufttemperatur als behaglich. Wie groß dieser Effekt ist, hängt vom Raum, von der Position der Heizung und vom persönlichen Empfinden ab. Eine pauschale Ersparnis lässt sich daraus nicht ableiten.
3. Wie viel Leistung brauche ich?
Die benötigte Leistung richtet sich vor allem nach der Dämmung. Unsere Richtwerte für die Planung:
| Gebäudestandard | Richtwert |
|---|---|
| Effizienzhaus 40 | ca. 30 W/m² |
| Effizienzhaus 55 | ca. 60 W/m² |
| Durchschnittlich gedämmter Bestand | ca. 70 W/m² |
| Unsanierter Altbau | ca. 80 W/m² |
Beispiel: Wohnzimmer mit 20 m²
Ein 20 m² großes Wohnzimmer in einem durchschnittlich gedämmten Haus benötigt etwa 20 × 70 W = 1.400 W – zum Beispiel zwei Heizungen mit je 700 W. Für eine verbindliche Auslegung empfehlen wir eine Heizlastberechnung. Unsere Expertenberatung hilft Ihnen dabei.
4. Was kostet der Betrieb? Ein Rechenbeispiel
Die Stromkosten berechnen Sie so:
Leistung (kW) × tatsächliche Heizstunden × Strompreis (€/kWh)
Ein Thermostat schaltet die Heizung nur zeitweise ein. Die tatsächlichen Laufzeiten liegen deshalb deutlich unter den Stunden, in denen Sie den Raum nutzen.
Rechenbeispiel
Annahmen: 1,4 kW Leistung, 5 volle Heizstunden pro Tag, 150 Heiztage, Strompreis 0,35 €/kWh
1,4 × 5 × 150 = 1.050 kWh → ca. 368 € pro Heizperiode für diesen Raum
Ihre tatsächlichen Kosten hängen von Dämmung, Nutzung, Wunschtemperatur und Stromtarif ab. Mit eigenem Photovoltaik-Strom sinken die Kosten für den selbst genutzten Anteil; im Winter deckt eine PV-Anlage den Bedarf allerdings meist nur teilweise. Individuell rechnen können Sie mit unserem Heizkostenrechner.
Anschaffung und Unterhalt
Die Geräte selbst sind im Vergleich zu wassergeführten Systemen günstig. Sie haben keine beweglichen Teile, und es fallen keine Kosten für Schornsteinfeger, Brennstofflagerung oder Heizungswartung an.
5. Rechtslage 2026: Was das Gebäudemodernisierungsgesetz erlaubt
Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Es ersetzt das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG). Für Infrarot- und andere Stromdirektheizungen gilt:
Neubau mit Wohnungen
Die Gebäudehülle muss den gesetzlichen Wärmeschutz des Referenzgebäudes um mindestens 45 % unterschreiten. Das entspricht mindestens einem Effizienzhaus 55.
Bestandsgebäude mit Wohnungen
Der Wärmeschutz muss mindestens 30 % besser sein als beim Referenzgebäude. Die frühere Sonderregel von 45 % für Häuser mit wasserführender Heizung ist entfallen.
Ausnahmen
Die Wärmeschutz-Anforderungen gelten nicht:
- für Gebäude mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt, und
- beim Austausch einer bestehenden Stromdirektheizung gegen eine neue.
Neuer Primärenergiefaktor ab 2027
Ab 1. Januar 2027 sinkt der Primärenergiefaktor für Netzstrom von 1,8 auf 1,5. Das verbessert die rechnerische Bewertung strombasierter Heizungen im energetischen Nachweis.
Landesrecht
Die Bundesländer können strengere Regeln erlassen. Prüfen Sie bei Neubau und Vermietung auch die Vorgaben Ihres Landes.
Hinweis: Diese Übersicht ist keine Rechtsberatung. Für den Nachweis des Wärmeschutzes benötigen Sie eine dazu berechtigte Person, etwa eine Energieberaterin oder einen Energieberater.
6. Gibt es eine Förderung?
Nicht direkt. Infrarotheizungen werden über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) von KfW und BAFA nicht als Heizungstausch gefördert.
Förderfähig sein können aber begleitende Maßnahmen, etwa Dämmung, Fenstertausch oder eine Photovoltaikanlage – je nach Programm, Bundesland und Kommune. Fragen Sie vor dem Kauf bei Ihrer Energieberatung oder Kommune nach aktuellen Programmen.
7. Wo sich eine Infrarotheizung lohnt – und wo nicht
Gut geeignet
- gut gedämmte Neubauten und sanierte Häuser
- Badezimmer, z. B. als Spiegelheizung oder Handtuchheizung mit passender IP-Schutzart
- selten oder zeitweise genutzte Räume wie Gästezimmer, Hobbyraum, Ferienwohnung oder Tiny House
- Zusatzheizung für die Übergangszeit und kalte Ecken
- Büros, Praxen und Werkstätten mit punktuellem Wärmebedarf
- Räume mit hohen Decken, in denen Warmluft nach oben steigen würde
Weniger geeignet
- unsanierte Altbauten als alleinige Heizung – hier können die Stromkosten hoch werden, und das GModG setzt Grenzen
- Gebäude, die ganzjährig durchgehend auf hohe Temperaturen beheizt werden müssen – hier ist eine Wärmepumpe im Betrieb meist günstiger
Diese ehrliche Einordnung ist uns wichtig: Die beste Heizung ist die, die zu Ihrem Gebäude passt.
8. Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Checkliste
- Strahlungswirkungsgrad: vom Hersteller nach DIN EN IEC 60675-3 angegeben
- Prüfzeichen: GS-Zeichen einer unabhängigen Prüfstelle (z. B. TÜV) zusätzlich zur CE-Kennzeichnung
- Schutzart: im Bad mindestens IP44, je nach Montagebereich höher
- Regelung: Betrieb immer mit Thermostat, am besten programmierbar oder per WLAN
- Oberfläche und Montage: Glas, Spiegel, Metall oder Naturstein passend zu Raum und Montage an Wand oder Decke
- Garantie und Service: Herstellergarantie mit klaren Bedingungen und Ansprechpartner in Deutschland
Infrarotheizungen von Elbo-therm
Elbo-therm entwickelt und fertigt Infrarotheizungen seit 2009 in Borken (NRW). Wir bieten Beratung und Projektplanung, 5 Jahre Herstellergarantie (Garantiebedingungen) und Versand innerhalb von 24 Stunden.
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9. Häufige Fragen zur Infrarotheizung
Ist eine Infrarotheizung ein Stromfresser?
Das hängt vom Gebäude ab. In gut gedämmten Räumen mit Thermostat ist der Verbrauch überschaubar. In schlecht gedämmten Altbauten kann er als alleinige Heizung hoch ausfallen. Rechnen Sie vorab mit Ihrer Raumgröße und Ihrem Stromtarif (siehe Abschnitt 4).
Darf ich 2026 noch eine Infrarotheizung einbauen?
Ja. Nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz sind Infrarotheizungen erlaubt – im Bestand bei mindestens 30 % besserem Wärmeschutz als beim Referenzgebäude. Im selbstbewohnten Ein- oder Zweifamilienhaus und beim Austausch einer bestehenden Elektroheizung gilt diese Anforderung nicht.
Wird eine Infrarotheizung gefördert?
Nicht direkt über KfW oder BAFA. Begleitende Maßnahmen wie Dämmung oder Photovoltaik können förderfähig sein.
Kann ich eine Infrarotheizung einfach in die Steckdose stecken?
Viele Modelle ja. Für Festanschluss, Deckenmontage und Feuchträume sollte eine Elektrofachkraft die Installation übernehmen.
Wie lange hält eine Infrarotheizung?
Infrarotheizungen haben keine beweglichen Teile. Wir geben 5 Jahre Herstellergarantie.
Ist Infrarotwärme gesundheitlich unbedenklich?
Infrarotheizungen geben langwellige Infrarot-C-Strahlung ab – das ist Wärmestrahlung, keine UV-Strahlung. Weil die Heizung weniger Luft umwälzt, wird auch weniger Staub aufgewirbelt.
Stoßen Infrarotheizungen CO₂ aus?
Am Aufstellort entstehen im Betrieb keine Verbrennungsabgase. Die Emissionen hängen davon ab, wie der genutzte Strom erzeugt wird. Mit eigenem Solarstrom oder einem zertifizierten Ökostromtarif sind sie niedriger als mit dem durchschnittlichen Strommix.
Quellen
- Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) – gesetze-im-internet.de
- KfW-Infoblatt: BEG – förderfähige Maßnahmen
- DIN EN IEC 60675-3: Messverfahren für die Gebrauchseigenschaften elektrischer Direkt-Raumheizgeräte